Abschied vom Camper

Letzte Nacht im Camper. Wir sind in Perinth, einer Stadt in der Nähe von Sydney. Alle halbe Stunde donnert ein Güterzug vorbei. Der Campingplatz liegt genau neben der Bahnlinie. Fast so schön wie der Westbahnhof.
Der Camper hat uns am Anfang genervt, jetzt haben wir uns mit ihm arrangiert und es ist fast schade, dass wir auseinandergehen. Was genervt hat? Kleinigkeiten, die sich aber summiert haben. Das Ding ist ein Winnebago auf Ford Transitbasis. Er wird im Katalog als Fahrzeug für vier Erwachsene angepriesen. Die müssen aber schon über eine grosse Toleranz verfügen, um am Ende einer solchen Tour noch befreundet zu sein. Also für uns zwei war das Platzangebot gerade okay. Das Ding sieht zwar gross aus, ist aber schlecht durchdacht. Wahrscheinlich war noch niemand vom Hersteller und auch keiner vom Verleiher damit selber auf Tour.
An den Tisch passen nur zwei Personen, alle anderen werden von der Riesentischplatte erdrückt. Die Staufächer sind nur zugänglich, wenn man sich auf die Sitzgruppe stellt, da die Riesentischplatte im Weg ist.
Das Fahrerhaus ist so eng wie ein U-Boot-Kommandostand. Um von der Wohnkabine auf den Fahrersitz zu kommen, ist es nützlich eine Ausbildung zum Schlangenmenschen genossen zu haben.
Für die diversen aussenseitig liegenden Staufächer, Toilettenbehälter und Gasflaschenhalter gab es sieben (!) verschiedene Schlüssel. Und man brauchte immer mindestens fünf Versuche, bis der richtige Schlüssel gefunden war.
Der Wagen hat keine Markise. Was ja auch in einem Land mit so wenig Sonne überflüssig ist. Auch waren keine Stühle oder ein Tisch, die man drausen hinstellen konnte an Bord oder wurden einem von der Verleihfirma angeboten. Ebensowenig gab es Auffahrtskeile. Die Campingplätze wären alle eben, hiess es. Wir haben Gegenbeweise.
Die Wasserpumpe machte Geräusche wie ein startender Jumbo und der Wasserbehälter war so konstruiert, dass beim Wassernachfüllen dauernd ein Großteil des Wasser wieder rausschwappte.
Ich habe mir für Winnebago und die Verleihfirma Kea einen Slogan einfallen lassen, den ich ihnen anbieten werde: We drive you crazy!


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