Überraschung in Halls Gap
Die Überraschung: ein Campingplatz mit Wlan! Zwar nur ein schwaches Signal, aber immerhin. Bilder hochladen ist nicht, deshalb heute nur Text.
Wir haben am Dienstagnachmittag Adelaide verlassen und sind durch das Weintal Barosso nach Tunanda gefahren. In dieser Gegend haben sich im 19. Jahrhundert viele Deutsche angesiedelt. Im Örtchen Hahndorf ist das Deutschtum zum Geschäftsprinzip erhoben worden. In jedem Shop gibt es Maßkrüge, bayrische Fahnen und deutsche Speisen bzw. das, was der Australiendeutsche nach fünf oder sechs Generationen darunter versteht.
Am Mittwoch ging es dann von Tunanda nach Mildura auf dem Sturt-Highway (A 20). Unser Wohnmobil ist ein hochkant gestellter Ziegelstein auf vier Rädern und genauso windschnittig und schnell. 90 km sind okay, 100 geht noch, aber 110 hört sich schon verboten an. Leider ist die erlaubte Geschwindigkeit aber gerade 110 km/h. Und die Lastwagen, die hier doch ein ganzes Stück größer und bedrohlicher als bei uns sind, haben keine Mühe dieses Tempo zu halten. Ich kam mir immer wieder vor, als ob ich im Spielberg-Film Duell live dabei bin. Dauernd hatte ich so ein Monster im Nacken und sah im Rückspiegel nur die beeindruckenden Kühlergrille. Der Highway ist die meiste Zeit einspurig und nur alle paar Kilometer kommt mal ein Überholstreifen.
Wer in Australien überland fährt, wird zum Zenbuddhisten. Der Highway ist ein langer gerader Strich, links Kilometer um Kilometer Felder, rechts eine Art Steppe. Oder umgekehrt. Auf jeden Fall fangen irgendwann die Gedanken an zu wandern, und das ist dann der Augenblick, wo man wieder hochschreckt, sich auf das Autofahren konzentriert und fest überzeugt ist, auf der völlig falschen Seite zu fahren.
Das grosse Problem scheint die Müdigkeit der Fahrer zu sein. Alle Kilometer weisen Schilder daraufhin, dass Sekundenschlaf tötet, dass ein Power-Nap Leben rettet oder dass müder Augen Unfälle verursachen.
Auf einem Campingplatz haben wir einen Australier kennengelernt, der letzte Woche einen schweren Unfall mit einem Riesenkänguru, oder einfach roo wie die Aussies sagen, hatte. Das Tier war ihm um 10 Uhr morgens einfach ins Auto gehüpft, hat die Windschutzscheibe zertrümmert und den Holm etwas eingedellt und ist dann übers Dach auf den Wohnwagenanhänger geklascht. Das Auto wird seit einer Woche repariert, der Mann hatte einen geprellten Arm, weil der Airbag aufgegangen ist. Er sagte uns, das ein Roo auf nichts achtet, wenn es am Hüpfen ist. Also spielen die Tiere bei jeder Strassenüberquerung russisches Roulette.
Heute ging es dann von Mildura nach Halls Gap. Das liegt in einem Gebirge und Nationalpark. Morgen wollen wir ein wenig wandern und mal einen autofreien Tag einlegen. Wir sind bereits über 1000 Kilometer gefahren und wenn wir das Tempo beibehalten schon am Wochenende in Sydney. Und das muss ja nicht sein.
Wenn ihr auf http://www.youtube.com/ geht und in das Suchfeld "netsrak1958" eingebt, findet ihr jetzt auch die ersten Videos von unserem Tripp. Ist das Internet nicht Klasse? Ich liebe es!
Wir haben übrigens schon wieder eine Zeitzone passiert als wir von South Australia nach Virgina, äh Victoria natürlich, gekommen sind. Nun sind wir euch bereits 10 Stunden voraus.
Schöne Grüße und bis bald von Gerda und Karsten


3 Comments:
witzig bis langweilig sind die videos schon. Nur die drei sekunden mit gerda auf dem markt kamen überraschend. ihr solltet schon mal etwas öfter ins bild treten...
die fotos sind allerdings sehr gut. isser nich schön blau, der himmel?
noch knapp drei wochen und wir sind dann auch in der kante...
viele grüße, heinz
Man kann das Video auch in den Blog stellen beziehungsweise hinein verlinken lassen.
'phew
na, die Titelintros sind doch schon sehr gelungen finde ich
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