Sonntags in Canberra
Um das Wichtigste gleich vorab zu berichten, es ist uns nicht gelungen, einen Internet-Hotspot in Canberra zu finden. Mehr muss man eigentlich über eine Hauptstadt nicht sagen.
Das Zweitwichtigste: Das Wetter ist so wie erwartet. Bullig warm, die Sonne knallt und ohne Sonnenbrille wird man blind.
Canberra ist in seiner Weitläufigkeit ein Spiegelbild des Landes oder wie es Bill Bryson sagt, vor lauter Parks erkennt man kaum die Stadt. Hauptsehenswürdigkeit ist das Parlament. Es ist groß, es war teuer und es ist vor allem schwer 80er Jahre. Die Eingangshalle ist voll gestellt mit Marmorsäulen, die einen Eukalyptuswald darstellen sollen. An die Lobby schließt sich die große Festhalle an, die mich eher an eine Turnhalle erinnert hat. An der Stirnseite der größte Wandteppich Australiens. Ich glaube, er stellt auch so eine Art idealisierten Eukalptuswald dar.
Der eigentliche Parlamentssaal ist überraschend klein. Der Premierminister und der Oppositionsführer sitzen sich an einem Tisch gegenüber. Wenn ihnen die Argumente ausgehen, können sie immer noch ihre Kräfte im Armdrücken messen. Die Innendekorateure haben sich bei ihrer Farbwahl übrigens von den Blättern der Eukalyptusbäume inspirieren lassen.
Vom Dach des Gebäudes hat man einen schönen Überblick über die Stadt, soweit man vor lauter Bäumen die Häuser noch sieht. Wie jede anständige Hauptstadt hat Canberra ein Ministeriumsviertel, wo am Sonntag gar nichts los war, eine Reihe hochklassiger Museen wie die Australian Art Galery, die wir besuchten und in der wir uns innerhalb einer halben Stunde einen umfassenden Überblick über die australische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts verschafft haben, sowie eine 140 Meter hohe Wasserfontäne, die an James Cook erinnern soll. (War der Entdecker Australiens bei der Freiwilligen Feuerwehr oder was soll der Megaspringbrunnen symbolisieren?)
Heiss, im sonntäglichen Ruhezustand vor sich hin dämmern und kein Internet weit und breit, mehr kann eine Stadt eigentlich nicht tun, um sich bei mir unbeliebt zu machen. Aber Canberra hatte noch einen in der Hinterhand: einen Triathlon. Die wichtigsten Strassen der Stadt waren für irgendwelche durchgeschwitzten Radfahrer gesperrt, Umleitungsschilder nicht vorgesehen, also irrten wir umher, bis wir endlich einen Ausweg fanden.
Ich glaube, ihr könnt nachvollziehen, dass damit Canberra für uns gegessen war. Also nahmen wir den nächsten Freeway nach Goulburn, wo wir auf das größte Merinoschaf der Welt stiessen.


1 Comments:
kommt mir so vor, als wäre in canaberra immer sonntag...als wir da waren, war da auch nicht mehr los...noch nich mal an die fontäne von cook kann ich mich erinnern
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