28 November 2006

Tasmania on the run

28. November 2006

Immer noch in Tasmanien, nun in Strahan an der Westkueste. Die Insel ist immer noch wunderschoen, aber so langsam ist uns wieder nach Grossstadt. Am Donnerstag geht es nach Sydney. Wo es angeblich den einen oder anderen Hotspot geben soll. So kann man seinen Urlaub auch verbringen, auf der Suche nach dem heiligen Gral, sprich dem Wlan-Netz.

Spinnen haben wir noch keine gesehen, also gibt es auch keine. Hier in Tas. gibt es noch nicht mal richtig viele Fliegen. Dafuer aber einen Moskito und der hat Gerda gestochen.

"Roaring Forties" nennt man hier die Wechseljahre. Sonst noch Fragen?

schoene gruesse und bis dann!

Gerda und Karsten

24 November 2006

Erste Eindrücke von Tasmanien







Hallo Sydney und tschüss!! Hallo Tasmanien!

22. Nov. 2006 - Wir sind den Camper bei 41 Grad in Sydney quitt geworden. Vor acht Tagen war hier noch der kälteste Tag seit 100 Jahren und nun eine Wüstenhitze. Von der Stadt haben wir nur nichtendende Vororte und den Flughafen gesehen.

Nach einer Stunde und 50 Minuten sind wir in Hobart, der Hauptstadt von Tasmanien, gelandet. Der internationale Flughafen von Hobart hat genau ein Gepäckband. So eine Stadt muss man einfach liebhaben.

Tasmanien ist 1,5 mal so groß wie die Schweiz, hat aber nur 470.000 Einwohner. Eine Zeitschrift hat Tasmanien mal so beschrieben: "Stellen Sie sich einfach eine Hand voll aneinander gereihter Seychellen-Strände vor, die während der Schöpfung aus Versehen aus dem grossen Kasten mit den Einzelteilen gefallen und südlich Australiens gepurzelt sind. Dann nehmen Sie den irischen Küstenwind und das Licht des amerikanischen Südwestens. Packen ein bisschen norwegische Farbpalette dazu, ein paar Sonnenuntergänge aus der Karibik, Hawaiis Wettterwechsel und vielleicht noch eine Portion isländischen Wattebauschnebel. Fertig ist die Bay of Fires in Tasmanien. Gut oder? Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind im Urlaub und laufen hier über den Strand, der tasmanische Wind streicht Ihnen durchs Haar, die Möwen kreischen, doch ausser Ihnen ist da keine Menschenseele, niemand. N-I-E-M-A-N-D."

Für Deborah und Christiane: Der Dingo

Abschied vom Camper


Letzte Nacht im Camper. Wir sind in Perinth, einer Stadt in der Nähe von Sydney. Alle halbe Stunde donnert ein Güterzug vorbei. Der Campingplatz liegt genau neben der Bahnlinie. Fast so schön wie der Westbahnhof.

Der Camper hat uns am Anfang genervt, jetzt haben wir uns mit ihm arrangiert und es ist fast schade, dass wir auseinandergehen. Was genervt hat? Kleinigkeiten, die sich aber summiert haben. Das Ding ist ein Winnebago auf Ford Transitbasis. Er wird im Katalog als Fahrzeug für vier Erwachsene angepriesen. Die müssen aber schon über eine grosse Toleranz verfügen, um am Ende einer solchen Tour noch befreundet zu sein. Also für uns zwei war das Platzangebot gerade okay. Das Ding sieht zwar gross aus, ist aber schlecht durchdacht. Wahrscheinlich war noch niemand vom Hersteller und auch keiner vom Verleiher damit selber auf Tour.

An den Tisch passen nur zwei Personen, alle anderen werden von der Riesentischplatte erdrückt. Die Staufächer sind nur zugänglich, wenn man sich auf die Sitzgruppe stellt, da die Riesentischplatte im Weg ist.

Das Fahrerhaus ist so eng wie ein U-Boot-Kommandostand. Um von der Wohnkabine auf den Fahrersitz zu kommen, ist es nützlich eine Ausbildung zum Schlangenmenschen genossen zu haben.

Für die diversen aussenseitig liegenden Staufächer, Toilettenbehälter und Gasflaschenhalter gab es sieben (!) verschiedene Schlüssel. Und man brauchte immer mindestens fünf Versuche, bis der richtige Schlüssel gefunden war.

Der Wagen hat keine Markise. Was ja auch in einem Land mit so wenig Sonne überflüssig ist. Auch waren keine Stühle oder ein Tisch, die man drausen hinstellen konnte an Bord oder wurden einem von der Verleihfirma angeboten. Ebensowenig gab es Auffahrtskeile. Die Campingplätze wären alle eben, hiess es. Wir haben Gegenbeweise.

Die Wasserpumpe machte Geräusche wie ein startender Jumbo und der Wasserbehälter war so konstruiert, dass beim Wassernachfüllen dauernd ein Großteil des Wasser wieder rausschwappte.

Ich habe mir für Winnebago und die Verleihfirma Kea einen Slogan einfallen lassen, den ich ihnen anbieten werde: We drive you crazy!

Total Fire Ban


In den gesamten Blue Montains ist Offenes Feuer strikt verboten. Überall hängen seit heute diese Schilder.

Verbrannt


Wenn das Feuer dann vorüber ist, sieht es so aus.

Waldbrände in den Blue Montains


Die Folge der Hitze und der Trockenheit sind Waldbrände. Wir hielten diese Rauchschwaden erst für Frühnebel. Grosse Teile der Blue Montains sind im Moment gesperrt. Die Waldbrandwarnstufe stieg innerhalb eines Tages von "Hoch" auf die höchste Stufe "Extrem".

Ein Sprung zurück: Thredbo am 18. November 2006 um 7 Uhr morgens


Das Wetter schlägt hier wirklich Kapriolen. Vor drei Tagen konnten wir vor Kälte kaum schlafen und am Morgen gab es Raureif auf dem Campingplatz. Jetzt ist es so warm, das selbst das Autofahren mit offenen Fenstern keine Erfrischung bringt. Es ist, als ob man durch einen riesigen Fön fährt. Obwohl wir in den Bergen sind, ist es über 30 Grad. In Sydney sollen es morgen 36 Grad werden. Wir freuen uns auf Tasmanien, da sind im Moment überall nur etwas über 20 Grad.

Idylle pur


Wenn man sich ein bischen in die BM hinein begibt, findet man dauernd Stellen wie diese.

Schwindelfrei


Die Wanderwege in den Blue Montains sind in der Regel bestens ausgebaut und überall stehen Schilder, wieviele Minuten man braucht, um von einer Attraktion zur nächsten zu gelangen. Manche Passagen sind trotzdem atemberaubend.

The Three Sisters


Die Hauptattraktion der Blue Montains ist der Echo Point mit der Sicht auf drei Felsen, The Three Sisters genannt. Der Name geht angeblich auf eine Aboriginal-Sage zurück. Danach gab es in den Bergen zwei Stämme. Der eine Stamm hatte drei ungewöhnlich schöne Schwestern, auf die drei junge Männer des Nachbarstamms so scharf waren, dass sie einen Krieg begannen. Ein weiser Mann des ersten Stammes riet daraufhin seinen Mit-Aboriginals, die Schwestern für die Dauer der Kampfhandlungen in Steine zu verwandeln. Gesagt, getan. Nur der weise Mann wusste das (Er)-Lösungswort. Er wurde aber leider in dem Krieg getötet. So sind die Schwestern bis heute Steine geblieben. Kommentar Gerda: "Wenn Männer Pläne machen..."

In den Blauen Bergen


Jetzt haben wir zum Abschluss unserer Festlandetappe noch ein echtes Highlight erlebt: Die Blue Montains. Was das Bergische Land für Köln ist, sind die Blue Montains für Sydney - Naherholungsgebiet, Wohnen im Grünen, Wochenendresidenz.

Die ganze Gegend ist schwer auf Tourismus eingestellt, die Preise sind hoch, die Orte überlaufen (das erste Mal, dass wir auf einem Campingplatz keinen Platz zum Campen fanden). Aber die Natur !

Die Blue Montains haben ihren Namen von dem blauen Dunst, der an heissen Tagen über ihnen hängt. Der Dunst entsteht durch die Verdunstung der ätherischen Öle der Eukalyptusbäume (die schon wieder), die sich mit Staubpartikeln mischen und dann durch das Sonnenlicht blau leuchten.

20 November 2006

Liebe Blog-Gemeinde,

nach einer Woche ist es uns gelungen, in diesem Land einen Internetzugang via WLAN aufzutreiben.

Wir sind gerade in Camden, es ist schön heiss und nun geht es in die Blue Mountains und am Mittwoch geben wir den Camper ab, um dann nach Tasmanien zu fliegen, wo wir wieder in einen Camper steigen und noch mehr Natur sehen.

Bis bald!

Karsten und Gerda

The Biggest Merino Sheep in World or sogar in Space

Känguru und Emu in Eintracht: Das Staatswappen

Canberra 4: Das Parlament

Canberra 3: Eukalyptussäulen aus Marmor

Canberra 2: Parlamentsgebäude

Canberra 1: Regierungsviertel

Sonntags in Canberra

Um das Wichtigste gleich vorab zu berichten, es ist uns nicht gelungen, einen Internet-Hotspot in Canberra zu finden. Mehr muss man eigentlich über eine Hauptstadt nicht sagen.

Das Zweitwichtigste: Das Wetter ist so wie erwartet. Bullig warm, die Sonne knallt und ohne Sonnenbrille wird man blind.

Canberra ist in seiner Weitläufigkeit ein Spiegelbild des Landes oder wie es Bill Bryson sagt, vor lauter Parks erkennt man kaum die Stadt. Hauptsehenswürdigkeit ist das Parlament. Es ist groß, es war teuer und es ist vor allem schwer 80er Jahre. Die Eingangshalle ist voll gestellt mit Marmorsäulen, die einen Eukalyptuswald darstellen sollen. An die Lobby schließt sich die große Festhalle an, die mich eher an eine Turnhalle erinnert hat. An der Stirnseite der größte Wandteppich Australiens. Ich glaube, er stellt auch so eine Art idealisierten Eukalptuswald dar.

Der eigentliche Parlamentssaal ist überraschend klein. Der Premierminister und der Oppositionsführer sitzen sich an einem Tisch gegenüber. Wenn ihnen die Argumente ausgehen, können sie immer noch ihre Kräfte im Armdrücken messen. Die Innendekorateure haben sich bei ihrer Farbwahl übrigens von den Blättern der Eukalyptusbäume inspirieren lassen.

Vom Dach des Gebäudes hat man einen schönen Überblick über die Stadt, soweit man vor lauter Bäumen die Häuser noch sieht. Wie jede anständige Hauptstadt hat Canberra ein Ministeriumsviertel, wo am Sonntag gar nichts los war, eine Reihe hochklassiger Museen wie die Australian Art Galery, die wir besuchten und in der wir uns innerhalb einer halben Stunde einen umfassenden Überblick über die australische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts verschafft haben, sowie eine 140 Meter hohe Wasserfontäne, die an James Cook erinnern soll. (War der Entdecker Australiens bei der Freiwilligen Feuerwehr oder was soll der Megaspringbrunnen symbolisieren?)

Heiss, im sonntäglichen Ruhezustand vor sich hin dämmern und kein Internet weit und breit, mehr kann eine Stadt eigentlich nicht tun, um sich bei mir unbeliebt zu machen. Aber Canberra hatte noch einen in der Hinterhand: einen Triathlon. Die wichtigsten Strassen der Stadt waren für irgendwelche durchgeschwitzten Radfahrer gesperrt, Umleitungsschilder nicht vorgesehen, also irrten wir umher, bis wir endlich einen Ausweg fanden.

Ich glaube, ihr könnt nachvollziehen, dass damit Canberra für uns gegessen war. Also nahmen wir den nächsten Freeway nach Goulburn, wo wir auf das größte Merinoschaf der Welt stiessen.

Lesen wir eigentlich die ganzen Kommentare?

Ja, ja, ja! Alle. Immer. Sofern es einen Internetanschluss gibt.

Keine Anspielung

Für Jan (kein Känguru!)

Für Heinz Bü. zum zweiten Mal

Pfui Deibel: der Tasmanische Teufel

Bitte hinten anstellen: Schlange

Typischer Aussie-Caravan

Auf dem Weg zum Steak

Stausee mit 'ner Menge Wasser zu wenig

Koslowski National Park, eh, nein, Kosciuszko National Park

Kosciuszko Nationalpark 10: In der Fremde das Fertraute finden

Kosciuszko Nationalpark 9: 65 Kilometer, äh, 6,5 Kilometer können sich ganz schön ziehen. Auch beim Abstieg.

Kosciuszko Nationalpark 8: Aber der Blick war die Anstrengung doch wert? Ja, ne? Oder? Bestimmt!

Kosciuszko Nationalpark 7: Gipfelstürmer

Kosciuszko Nationalpark 6: Gipfelstürmerin

Kosciuszko Nationalpark 5: Korrekte Wanderer

Kosciuszko Nationalpark 4: Gerda auf dem Weg nach oben

Kosciuszko Nationalpark 2: Sommerurlaub in Australien

Das ist der Gipfel

Nationalparks gibt es in Australien so viele wie Kängurus. Vielleicht doch nicht ganz so viele, aber dafür sind Kängurus ja auch kleiner. Also kleiner als ein mittlerer Nationalpark auf jeden Fall. Vielleicht kann man das Kängurubild noch so retten: Stellt euch alle Kängurus Australiens auf einem grossen Platz vor. Dann müsste das ein verdammt grosser Platz sein. Und wenn ihr euch diesen Platz jetzt so vorstellt, wie er von da nach dort reicht und überall diese Kängurus, dann habt ihr - wenn ihr euch die Kängurus jetzt wieder wegdenkt - a) einen leeren Platz und b) eine gute Vorstellung davon, wieviel Fläche die Nationalparks in Australien einnehmen.

Wenn man mit dem Camper in Australien unterwegs ist, muss man sich schon sehr anstrengen, nicht in einen Nationalpark zu geraten. Denn die Strassen führen einfach mitten durch. Man merkt, dass man in einem Nationalpark ist, vor allem an drei Dingen: es gibt Schilder, auf denen steht Nationalpark XY, dann steht oft ein Häuschen an der Fahrbahn und man muss dem Menschen in dem Häuschen etwas geben, meist australische Dollar, und natürlich an den Kängurus. Jeder Nationalpark hat nämlich Picnictische, und jeder Picnictisch hat sein Stammkänguru. Das kommt dann angehoppelt und sieht mal nach, was es so zu essen gibt. Ich habe gelesen, die Plätze werden von italienisch stämmigen Känguru-Dons vergeben und die sorgen auch für die Sicherheit der dort arbeitenden Kängurus. In letzter Zeit soll es einige Konflikte mit Russland-Kängurus gegeben haben, die verstärkt im Raum um Sydney Picnictische für sich beanspruchen. Aber Genaues weiss man nicht, da in Kängurukreisen das Gesetz des geschlossenen Beutels gilt und deshalb nur wenig nach aussen dringt.

Wir waren in den vergangenen Tagen im Kosciuszko Nationalpark. Der liegt wirklich in Australien und nicht in Polen. Es war aber ein Pole, der auf die Idee kam, in dieser Gegend auf einen Berggipfel zu steigen, sich mal umzusehen und dem Berg den Namen irgendeines obskuren Landsmannes zu geben. Jetzt muss Australien damit leben, dass der höchste Berg des Landes einen völlig unaussprechlichen Namen hat.

Die Seilbahn, die einen dem Gipfel näher bringt, heisst Snowgums Chairlift. Das ist doch ein einfacher Name, den kann jeder sich merken. Warum heisst der Berg dann nicht so? Australien, das Land der tausend Fragen. Für nur 26 A-$ wird man auf einer Art Gartenbank gemächlich über die Hänge nach oben befördert. Aus irgendeinem Grund, vielleicht weil das Seil nicht gereicht hat, endet der Lift 6,5 Kilometer unterhalb des Gipfels. Den Rest des Weges muss man, wie der Volksmund so schön sagt, auf Schusters Rappen zurück legen. Wobei mein Rappen ein Schimmel war: meine zumindest noch stellenweise weissen Turnschuhe. Überhaupt stachen Gerda und ich aus den übrigen Gipfelstürmern ein wenig hervor. Keine Lands-End-Hochgebirgsjacke, kein 35 Liter Rucksack mit Wasser und Proviant für mehrere Wochen, kein Regenzeug ("Bedenken Sie bei Ihren Vorbereitungen, dass im Gebirge das Wetter schnell umschlagen kann!"), ja noch nicht einmal den in Australien von allen Reiseführern fest vorgeschriebenen Sonnenhut. Mit anderen Worten, wir waren perfekt ausgerüstet, um die ersten am Gipfel zu sein, weil wir nix zu schleppen hatten. Und so war es dann auch. Dankenswerterweise hatte aber die Parkverwaltung in den Jahren 1982 bis 1999 eine Art Freeway zum Gipfel gebaut, einen Steg aus eisernen Rosten, der mit Turnschuhen super gut zu gehen war, aber nichtsdestotrotz 6,5 Kilometer bergauf führte. Hat sich die Anstrengung gelohnt? Ja, dieser Blick, diese Luft, diese Genugtuung, es geschafft zu haben. Hätte es der Kauf einer Postkarte im Tal nicht auch getan? Äh, ja, eigentlich auch. Aber wie hätte man dann diesen Blog hier voll bekommen sollen?

Abschied von Melbourne


Wir haben Melbourne am Mittwochmorgen bei Kälte und Regen verlassen und kurven seitdem durch die Landschaft grobe Richtung Canberra. Das Wetter ist mittlerweile tagsüber wieder so wie es sein soll, die Sonne scheint und es ist schön warm. Aber nachts! Brrr. Lassen immer öfter über Nacht die Heizung laufen.

Um euch nicht Landschaftsbeschreibungen und unseren Befindlichkeiten zu langweilen, hier einige Beobachtungen allgemeinerer Art:

- Wasser bzw. dessen Mangel ist ein ganz wichtiges Thema in Australien. So wichtig, dass es bereits im Wahlkampf eine Rolle spielt. Seit fünf oder sechs Jahren herrscht im Land eine ungewöhnliche Trockenheit. Die Stauseen sind fast leer, viele Seen, die auf unserer Karte noch eingezeichnet sind, sind völlig ausgetrocknet. Das sind skurrile Augenblicke, wenn man am ehemaligen Ufer auf einer Picnic-Bank sitzt, der Seeboden mittlerweile mit Gras und Büschen zugewuchert ist und man die Schwimmenverboten-Schilder liest. In jeder Parkanlage wird darauf hingewiesen, dass Blumen nur noch mit Brauchwasser gegossen werden und der Botanische Garten in Melbourne erklärte immer wieder auf grossen Tafeln, dass es ihm in den vergangenen Jahren gelungen sei, den Wasserverbrauch um 60 Prozent zu senken.

- Preise. Alkohol ist teuer. Im Restaurant übersteigen die Kosten für die Getränke fast immer die Beträge für die Speisen. Eine Flasche Wein kostet von 8,90 A-Dollar bis 89 A-Dollar im Laden. Alkohol wird nur in lizensierten Geschäften verkauft, selbst Bier. Lebensmittel sind teurer als bei uns. Für Bananen werden astronomische Summen verlangt. Diesel ist teurer als Normalbenzin und liegt so zwischen 1,20 und 1,35 A-Dollar/Liter. Die Hauspreise erscheinen uns sehr hoch. Selbst in abgelegenen Gegenden werden 500.000 A-Dollar für Einfamilienhäuser verlangt. Hier einige Preise vom heutigen Supermarkteinkauf: Tomaten 1 kg 1,99 A-$, Orangen 1 kg 3,99 A-$, Gurke 1 Stück 1,49 A-$, Bohnen (handgepflückt) 1 kg 6,99 A-$, 1 Liter Frisch-Milch 1,72 A-$. (1 € = 1,6 Aussie-Dollar)

- Zäune. Wo ein Australier ist, da ist ein Zaun nicht weit. Hier wird alles eingezäunt, Vorgärten, Weiden, Weinstöcke etc. pp. Wenn der Australier die Welt beeindrucken will, zieht er mal schnell einen Zaun über den halben Kontinent. So hat er einen Zaun gebaut, um der Kaninchenplage Herr zu werden. Dann hat er einen anderen Zaun gebaut, um die Dingos draussen zu halten. Um die Zäune zu kontrollieren, wurden Dromedare eingeführt und circa 4000 Afghanen ins Land geholt, die mit den Dromedaren umgehen konnten. Irgendwann wurden die Zäune aufgegeben und die Dromedare freigelassen. Mit der Folge, dass wieder ein neues Tier in Australien heimisch wurde. Mittlerweile soll es 200.000 Dromedare in Australien geben. Auch die Kängurus haben sich prächtig entwickelt. Es gibt jetzt mehr denn je. Seitdem ein Zaun die Dingos auf der einen Seite hält, haben sich auf der anderen Seite die Beuteltiere ungehindert fortgepflanzt. Ebenso die (verwilderten)Katzen, die hier gerne geschossen werden und deren Felle mit Kopf zu kaufen sind.

- Caravan. Der Australier ist der Holländer der Südhalbkugel. Nur Touristen fahren mit Wohnmobilen. Der Einheimische schwört auf seinen Wohnanhänger, meist in der Klappvariante. Heisst, das Ding wird für die Fahrt von A nach B in der Höhe um ein Drittel bis zur Hälfte reduziert, um den Luftwiderstand gering zu halten. Es gibt die gemütlichen Rentnermodelle oder die Off-Road-Varianten mit hohem Radstand und stark angeschrägten Enden. Egal, welches Modell, das Zugfahrzeug ist fast immer ein Geländewagen mit verchromtem Kängurufänger. Die normale Übernachtungsgebühr liegt bei 22 bis 25 A-Dollar inklusive Strom. Jeder Stellplatz hat seinen eigenen Wasseranschluss und Brauchwasserabfluß. Das Chemieklo wird in der Regel in der normalen Toilette entsorgt. Fast jeder Campingplatz vermietet feste Hütten und ein großer Teil der Gelände ist von Dauercampern mit Mobilheimen belegt. Wenn um Weihnachten die Reisesaison losgeht, kann es schon mal eng werden. Jetzt im November ist nur wenig los und es war nie schwierig einen Platz zu finden. Wir haben bisher noch nicht wild gecampt und auch noch niemanden gesehen, der das getan hat. In den Nationalparks ist es sowieso verboten und die Picnic-Plätze an den Highways sind auch nicht so schön, zu nah an der Strasse und oft ziemlich verschmutzt.

- Zeitungen. Sind am Wochenende unwahrscheinlich dick und bieten doch wenig Information. Ein Großteil der Berichterstattung widmet sich dem Sport. Ein anderer wichtiger Part sind die seitenlangen Pferderennsportergebnisse und die daraus resultierenden Wettquoten. Der Australier fühlt sich nur dann wohl, wenn er mindestens eine Wette am Laufen hat. (Der Melbourne-Cup am 1. Dienstag im November ist das wichtigste Pferderennen im Lande, in Melbourne geht dann eine Woche gar nichts mehr und auch in anderen Teilen Australiens ist das Leben lahmgelegt, weil alle dieses Rennen auf dem Bildschirm verfolgen - natürlich im passenden Outfit. So sitzen denn in den Pubs Damen mit gewagten Hüten und Männer mit Frack und Turnschuhen. Also, ein bisschen wie bei uns der Karneval.)

- Fliegen. Das lästigste Tier in Australien. Vergesst Schlangen, Krokodile und Spinnen, nervig sind diese kleinen Fliegen. Sie schwirren dir um den Kopf, krabbeln in Nasenlöcher, in die Ohren und hinter die Brille. Denn sie lieben Augenflüssigkeit, Rotz und Ohrenschmalz. Wie viele andere Plagegeister des Kontinents (Kaninchen, Frösche) sind auch sie mit den Siedlern importiert worden. Dank der vielen Kühe und ihrer Fladen haben sie ideale Brutbedingungen und keinerlei natürliche Feinde. Für 3 bis 6 A-Dollar kann man sich Kopfmoskito-Netze kaufen. Aber die sehen so bescheuert aus, dass sie keiner trägt.

14 November 2006

Ernährungswissenschaftlich und ethnologisch voll korrekte Mahlzeit


Wir melden uns wieder, wenn das verdaut ist.

Die Zeichen der Zeit richtig deuten








Australier trauen sich und ihren Mitmenschen nicht allzu viel zu. Wie sonst ist es zu erklären, dass an den Ampeln Aufkleber kleben, die erklären, dass man bei Rot nicht über die Strasse geht? Einige Fundstücke.

Der Geschmack von Freiheit, Abenteuer und Karies